Bettwanzen erkennen: Stiche, Spuren und was nach dem Fund zu tun ist
Woran Sie Bettwanzen erkennen: Aussehen, Kotspuren, Verstecke und Stiche – wie sie sich von Floh- und Milbenstichen unterscheiden und was im Hotel zu tun ist.
Bettwanzen erkennen Sie sicher an zwei Dingen: an kleinen schwarzen Kotpunkten am Lattenrost, am Bettgestell und an den Nähten der Matratze und an den Wanzen selbst – flach, rotbraun, flügellos und ungesogen 4 bis 6 Millimeter lang. Stiche allein beweisen nichts. Flöhe, Milben, Taubenzecken und Mücken hinterlassen ähnliche Stiche, manchmal stecken gar keine Tiere dahinter, und rund jede fünfte Person reagiert überhaupt nicht auf Bettwanzenstiche. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie Bettwanzen sicher erkennen, wie sich ihre Stiche von anderen unterscheiden und was nach einem Fund zu tun ist. Wie Fachfirmen Bettwanzen bekämpfen und was das kostet, steht auf der Seite Bettwanzen bekämpfen lassen.
Wie sieht eine Bettwanze aus?
Die Bettwanze (Cimex lectularius) ist laut Merkblatt der Stadt Zürich ungesogen 4 bis 6 Millimeter lang, vollgesogen fast 10 Millimeter, und rotbraun. Ihr Körper ist flach, damit sie sich in schmalen Ritzen verstecken kann. Anders als viele andere Wanzen hat sie keine Flügel und kann nicht fliegen. Junge Bettwanzen sehen aus wie die erwachsenen, sind aber kleiner und heller. Die ovalen, weisslichen Eier sind etwa 2,5 Millimeter lang.
Bettwanzen saugen nachts Blut, ein Saugvorgang dauert 3 bis 15 Minuten. Erwachsene Tiere saugen alle drei bis sieben Tage, können aber bis zu sechs Monate hungern und leben etwa ein Jahr. Ein Weibchen legt im Laufe seines Lebens bis zu 500 Eier. Mit Schmutz hat ein Befall nichts zu tun: Die Wanzen reisen passiv mit Gepäck, gebrauchten Betten und Möbeln, Occasionskleidern oder gebrauchten Zügelkartons. Jeder kann betroffen sein.
Wo verstecken sich Bettwanzen?
Tagsüber halten sich Bettwanzen in Schlafräumen versteckt, möglichst nahe beim Bett. Typische Verstecke sind:
- Ritzen im Bettgestell und am Lattenrost,
- Nähte und Ränder der Matratze,
- Spalten hinter Abdeck- und Fussleisten,
- die Rückseite von Bildern und lose Tapeten,
- Steckdosen und Ritzen in Möbeln neben dem Bett.
Suchen Sie diese Stellen mit einer starken Taschenlampe ab. Die Stadt Zürich empfiehlt dasselbe beim Bezug eines Hotelzimmers oder einer Ferienwohnung: Bettgestell und Lattenrost nach lebenden Wanzen oder Kotspuren absuchen, bevor Sie auspacken.
Die sichersten Spuren
Den Befall verraten vor allem drei Spuren:
- Kotpunkte. Kleine schwarze Punkte am Lattenrost, am Bettgestell, an Leisten oder an der Matratze sind der typische Bettwanzenkot.
- Blutspuren. Kleine Blutflecken auf der Bettwäsche können ein weiterer Hinweis sein.
- Geruch. Bei starkem Befall kann es im Raum süsslich riechen, wie das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt beschreibt.
Findet sich eine Wanze, lassen Sie sie bestimmen – wo das kostenlos geht und wie Sie ein Tier richtig einschicken, steht im Ratgeber Ungeziefer bestimmen.
Speziell trainierte Spürhunde können einen Befall nachweisen und auf einzelne Zimmer oder Gegenstände eingrenzen. Laut Stadt Zürich lässt sich damit auch bestätigen, dass keine Bettwanzen vorhanden sind – nützlich, wenn Stiche auftreten, aber keine Wanzen zu finden sind.
Bettwanzenstiche erkennen – und verwechseln
Den Stich selbst merkt man im Schlaf meist nicht. Die Wanze sticht auf der Suche nach einem feinen Blutgefäss häufig mehrmals an unbedeckten Stellen wie Nacken, Gesicht, Armen oder Knöcheln. Die Hautreaktion auf den Speichel tritt erst auf, wenn die Wanze schon weg ist, oft sogar erst Stunden oder Tage später. Die juckenden, angeschwollenen Pusteln können mehrere Tage lästig sein. Rund 20 Prozent der Bevölkerung zeigen gar keine Hautreaktion; ein Befall kann deshalb lange unbemerkt bleiben.
Vom Stich kann man aber oft nicht auf den Verursacher schliessen, weil jede Person anders reagiert. Das Merkblatt «Stiche von unbekannten Tieren» der Stadt Zürich nennt typische Muster:
| Verursacher | Woher | Typisches Muster |
|---|---|---|
| Bettwanzen | Eingeschleppt, etwa aus den Ferien | Stiche am ganzen Körper, nachts |
| Taubenzecken | Taubennest im Dach oder am Gebäude | Stiche am ganzen Körper, nachts (wie Bettwanzen) |
| Katzen- und Hundeflöhe | Haustiere, Wildtiere wie Fuchs, Marder oder Igel | Mehrere Stiche in einer Reihe |
| Vogelflöhe | Vogelnest oder Nistkasten am Haus | Mehrere Stiche in einer Reihe, an Beinen oder im Nacken, oft im März, April oder Spätherbst |
| Vogelmilben | Vogelnest oder Nistkasten | Mehrere Stiche gruppiert |
| Tropische Rattenmilben | Nager wie Mäuse, Ratten, Siebenschläfer oder Hamster | Mehrere Stiche gruppiert, oft an Händen und Armen nach dem Hantieren mit Haustieren |
| Herbstmilben | Sonniger Garten mit Sträuchern, Sommer bis Herbst | Gruppierte Stiche entlang eng anliegender Kleidung wie Sockensaum oder Gürtellinie |
| Mücken | Stehendes Wasser wie Teiche oder Regentonnen | Stiche an freien Körperstellen, nachts, Juni bis Anfang Oktober |
Die Taubenzecke ist die wichtigste Verwechslung, weil ihr Stichmuster laut Stadt Zürich genau dem der Bettwanze entspricht. Gibt es Tauben im Dach oder am Haus, sollte das bei der Suche mitgeprüft werden. Hinzu kommt: Juckreiz muss nicht von einem Stich stammen. Allergien, Nebenwirkungen von Medikamenten oder eine Gürtelrose können stichähnliche Symptome hervorrufen. Die Stadt Zürich rät deshalb, zuerst die Ursache zu klären: Seit wann treten die Stiche auf? Waren Sie kurz vorher in den Ferien, haben Sie gebrauchte Möbel gekauft oder ein neues Haustier? Hat sonst jemand im Haushalt Stiche? Gibt es Vogelnester im Rollladenkasten oder am Dach? Seriöse Schädlingsbekämpfungsfirmen behandeln eine Wohnung erst, wenn der verursachende Parasit gefunden wurde.
Bettwanzen im Hotel: was tun?
Entdecken Sie im Hotel Bettwanzen oder ihre Spuren, informieren Sie sofort die Verantwortlichen und lassen Sie sich ein anderes Zimmer geben, am besten keines nebenan. Legen Sie den Koffer möglichst weit weg vom Bett und schliessen Sie alle Reissverschlüsse; Bettwanzen verstecken sich gern in Koffern und Schlafsäcken und werden so verschleppt.
Zu Hause packen Sie das Gepäck sofort im Freien oder auf dem Balkon aus. Die Stadt Zürich empfiehlt:
- Textilien bei 60 °C während 30 Minuten oder zweimal hintereinander bei 40 °C waschen,
- alternativ 30 Minuten im Tumbler bei 50 °C trocknen oder mehrere Tage bei −17 °C tiefkühlen,
- Wäsche, die nicht sofort gewaschen werden kann, in dicht zugeklebten Abfallsäcken aufbewahren,
- einen Schlafsack in einem dicht verschlossenen Plastiksack nach Hause nehmen und eine Woche bei −17 °C tiefkühlen.
Nach dem Fund zu Hause
Greifen Sie nicht zum Insektenspray: Laut Stadt Zürich scheuchen Sprays die Wanzen auf und verteilen sie in der ganzen Wohnung oder im Haus. In der Mietwohnung informieren Sie sofort und am besten schriftlich die Verwaltung; wer in welchem Fall bezahlt, erklärt der Ratgeber Schädlinge in der Mietwohnung: Wer zahlt?. Wie Fachfirmen Bettwanzen bekämpfen, was das kostet und wie Sie die Wohnung vorbereiten, steht auf der Seite Bettwanzen bekämpfen lassen; alle Fachbetriebe finden Sie im Verzeichnis.
Häufige Fragen
- Wie sehen Bettwanzenstiche aus?
- Es sind juckende, angeschwollene Pusteln, häufig mehrere an unbedeckten Stellen wie Nacken, Gesicht, Armen oder Knöcheln, weil die Wanze auf der Suche nach einem Blutgefäss mehrmals sticht. Den Stich selbst spürt man meist nicht; die Reaktion tritt oft erst Stunden oder Tage später auf. Rund 20 Prozent der Menschen reagieren gar nicht.
- Wo verstecken sich Bettwanzen?
- Tagsüber in dunklen Ritzen nahe beim Bett: am Bettgestell, am Lattenrost, an der Matratze, hinter Abdeck- und Fussleisten, hinter Bildern, unter losen Tapeten und in Steckdosen. Suchen Sie diese Stellen mit einer starken Taschenlampe nach Wanzen und schwarzen Kotpunkten ab.
- Was tun nach einer Nacht in einem Zimmer mit Bettwanzen?
- Packen Sie das Gepäck zu Hause im Freien oder auf dem Balkon aus. Waschen Sie Textilien bei 60 °C während 30 Minuten oder zweimal hintereinander bei 40 °C, trocknen Sie sie im Tumbler bei 50 °C oder legen Sie sie mehrere Tage bei −17 °C in den Tiefkühler. Informieren Sie im Hotel sofort die Verantwortlichen und lassen Sie sich ein anderes, nicht benachbartes Zimmer geben.
- Übertragen Bettwanzen Krankheiten?
- Eine Übertragung von Krankheiten durch Bettwanzen ist laut Stadt Zürich bis heute nicht bekannt. Die Stiche können aber mehrere Tage jucken und bei empfindlichen Menschen selten grossflächige Hautentzündungen auslösen.